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Ursprung und Evolution des Pferdes


Das Pferd ist ein Säugetier und gehört zur Abteilung der Huftiere, Ordung Unpaarhufer, Familie der Equiden, Gattung Equus, Spezies Cabals. Die Unpaarhufer (Perissodactyla) sind Vierbeiner; sie berühren den Boden jedoch nicht mit der Fußsohle, sondern nur mit dem mittleren Zeh, der von einer Kapsel aus Horn, dem Huf, geschützt ist. Der Ursprung des Pferdes reicht 60 Millionen Jahre bis ins Tertiär zuück. Aus dem Eohippus des Paleozän wurden der Orohippus und der Epihippus des Eozän, aus letzterem der Mesohippus und Miohippus des Oliigozän; der Miohippus entwickelte sich über die Zwischenform des Parahippus im Miozän zum Merychippus und von diesem zum Phohippus im Pliozän. Über diese Etappen kommt man zum Equus des Pleistozän (ungefähr im mittleren Paläolithikum) und zum Equus Caballus der Jungsteinzeit (Neolithikum).

Während dieser Entwicklungsgeschichte erloschen viele Zweige, wie z.B. das Anchiterium und der Hypohippus, vom Miohippus herkamen, oder das Hipparion und das Hippidion,deren Vorfahre der Merychippus war. Zum größten Teil fand diese Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent statt, von dem aus der Equus nach Asien, Europa und Südamerika auswanderte. Das Hyracotherum (Urpferdchen) lebte in Europa zum gleichen Zeitpunkt wie der Eohippus, und wie dieser starb es im Eozän aus. Im späten Pleistozän erloschen alle auf dem amerikanischen Kontinent lebenden Arten. Erst mit Christoph Kolumbus kehrte das Pferd wieder auf den amerikanischen Kontinent zurück.
 

Die Entwicklung der Spezies ging mit tiefgreifenden Veränderungen an Statur, Gebiß und Aufbau der Gliedmaßen einher. Die Statur entwickelte sich von einer Größe von 30 cm beim Eohippus bis zur Höhe des Equus Caballus, die der Größe des heutigen Equus Przewalskii entspriicht. Die Backenzähne nahmen immer mehr eine Prismenform an und wiesen immer stärkere Falten im Zahnschmelz auf. Aber die auffälligste Veränderung fand an den Beinen statt, genauer gesagt an den Zehn. Der Eohippus hatte noch vorn vier Zehen und hinten drei; beim Parahippus verschwand der vierte Zeh des Vorderfußes und nur der mittlere Zeh stand auf dem Boden und hatte somit statische Funktion, beim Equus Caballus hat sich der Mittelzeh bereits zu einem Huf entwickelt, während die beiden äußeren Zehen zu schmälen Stäben (den Griffelbeinen) verkümmert sind;, die «Kastanien» an den Beinen unseres heutigen Pferdes sind noch Uberreste der fünften Zehe,

Alle Pferde lassen sich auf drei Hauptlinien zurückfuhren, die jedoch zu einer Gattung gehören: der Equus Przewalskii Gmelin oder Tarpan, das bereits ausgestorbene Wildpferd der osteuropäischen Steppen; der Equus Przewalskii Poliaknff aus der Mongolei, ebenfalls im Erlöschen begriffen, und der Equus Robustus aus Zentraleuropa, der noch vor den anderen beiden ausgestorben ist. Man nimmt an, daß von den ersten beiden Linien die Rassen abstammen, die man als Voll- oder Warmblutpferde bezeichnet, während von der dritten Linie das sogenannte Kaltblutpferd Nord- und Mitteleuropas herkommen soll.

 

 

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