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Die Liebe zum Pferd

Reiten ist besonders für junge Mädchen oft ein absoluter Lebenstraum. Ob Eltern ihn erfüllen sollten und was hinter der Liebe zum Pferd steckt, erfahren Sie hier.


Oft ist es Liebe auf den ersten Blick. Und ist das Herz erst mal entflammt, gibt es kein Halten mehr: Ob Filzer, Buntstift, Wachsmalkreide, sie alle haben nur noch einen Zweck - Pferde malen. Bücher sind nur noch interessant, wenn sie das richtige Thema haben: Pferde und Reiten. Die Kinderzimmer-Tapete verschwindet hinter Hengst-Porträts und Fohlen-Panoramas. Haupt-"Betroffene": Mädchen zwischen 8 und 13.

Pferdefreundschaft

Besonders Mädchen entwicklen eine intensive Liebe zum Pferd

Darüber mag man fast lächeln. Es kann aber auch ein wenig lästig werden - denn Lesen, Schreiben und Rechnen sollte man trotz der Liebe zum Pferd auch noch lernen. Vielleicht helfen ja Reitstunden? Aber die sind auch nicht ohne: Ein böser Sturz kann dem Umsichtigsten passieren. Zum Reitstall und zurück zu kommen, das kostet Zeit, die Ausrüstung Geld, ebenso der Unterricht. Andererseits können Kinder so viel lernen, wenn sie regelmäßig mit so anspruchsvollen, pflegeintensiven und sympathischen Tieren umgehen, wie Pferde es sind. Fast immer sind es Mädchen, die das lang und engagiert durchhalten. Der Kasseler Psychologie-Professor Harald Euler, der mit Kollegen seit Jahren die kindliche Lust am Reiten und die Liebe zum Pferd erforscht, glaubt, dass das Sich-kümmern- Können das wichtigste Motiv ist, in den Sattel zu kommen: "Bei den Jungen ist es so, dass sie vom Vorschulalter an ein Interesse an bestimmten Arten des Reitens haben, wenn es angeboten wird - wie Cowboys, Indianer oder Ritter. Sie haben eher Lust, ihre Wettbewerbsspiele zu machen, und das Pferd steht da gar nicht so im Vordergrund. Bei den Mädchen ist es dagegen entscheidend - Reiten ist meist nur das Mittel, um zum Pferd zu kommen."

Wann Eltern aufpassen sollten

Und das geht grundsätzlich in Ordnung - denn seinem Wesen nach ist ein Pferd ein verlässlicher Partner, der mit einiger Übung gut zu kontrollieren und zu steuern ist. Im Sattel sitzt man hoch und erhaben, hat das Gefühl, in die Welt hinausreiten und sie erobern zu können - und wenn Gefahr droht, geht's im Galopp davon. Gegensteuern sollten Eltern selbst auf dem Höhepunkt der Schwärmerei nur, wenn die Liebe zum Pferd zur Weltflucht wird; also alle Motivation und soziale Erfahrung im Stall gesucht wird, und die vielleicht unangenehme Welt der Schule und anderer Pflichten ganz in den Hintergrund rückt. Wer sich aber von Anfang an auf das richtige Maß verständigt und feste Vereinbarungen getroffen hat, kommt mit Liebe zum Pferd meist gut zurecht.

Beim Eintritt in die Pferdewelt, also beim Besuch im Reitstall oder auf dem Reiterhof und den ersten Kontakten mit Reitlehrern, gilt es zu überlegen: Wie viel Zeit erfordert die neue Leidenschaft? Oft mehr, als in der ersten Begeisterung angenommen wird: Ein Pferd benötigt Pflege, es will gefüttert und gestriegelt werden, und zu sporadisch darf der Kontakt nicht sein, damit die Beziehung funktioniert. Städter haben das Problem, dass die Anreise ins Umland oft lang dauert. Stressig kann die Sache werden, wenn Mama und Papa Chauffeurdienste leisten müssen, um sich dann am Koppelrand zu langweilen.


Zu Beginn ist viel Geduld gefragt

Entscheidend ist natürlich, wann die "Infektion" erfolgt - mit drei kann man ein Kind gelegentlich mal geführt aufs Pony setzen. Mit sechs oder sieben ist vielleicht ein Urlaub auf dem Ponyhof passend. Der Einstieg ins "richtige" Reiten gelingt meist um die zehn Jahre - da stimmen Körpergröße und -kontrolle, Einfühlungsvermögen und Kraft. Und dann kommt der erste wichtige Lernschritt: Geduld, viel Geduld. Denn natürlich ist die Versuchung groß, möglichst schnell hinauszukommen ins Gelände,

Pferdefreundschaft

einmal richtig auszureiten. Doch so geht es nicht: Die Reiterkarriere beginnt in der Reithalle, mit dem Pferd an der "Leine", die korrekt "Longe" heißt, französisch ausgesprochen. So geht es immer im Kreis herum - und oft wird regelrecht auf dem Pferderücken geturnt.

Dieses "Voltigieren" finden manche toll und andere albern, aber es ist sehr nützlich. Denn die Balance im Sattel, die Fähigkeit, Bewegungen des Pferdes zu spüren und zu lenken, ist nicht angeboren. Der Körper lernt sie nur durch Üben. Es gibt Kinder, die nach wenigen Stunden das Pferd im Griff haben, andere brauchen länger, weil sie ein klein wenig ängstlich sind oder etwas weniger motorisches Talent haben.



Auf Urteil erfahrener Reitlehrer verlassen


 

Bis die drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp sicher sitzen, kann also eine Durststrecke kommen. Wichtig ist, sich auf das Urteil erfahrener Reitlehrer zu verlassen, deren Routine ihnen sagt, wann es anspruchsvoller zugehen kann. Bald zeigt sich dann, ob die große Liebe zum Pferd von Dauer sein wird. In diesem Fall lohnt sich der Ausrüstungskauf - während es in den Schnupperstunden noch ohne spezielle Reiterkluft zur Sache gehen darf, ist es ein ganz stolzer Moment für junge Reiterinnen, sich zum ersten Mal richtig einzukleiden Die schmal geschnittenen Reithosen gehören dazu, die Stiefel und natürlich Reitkappe oder -helm.

Die sind deshalb so wichtig, weil sie Schutz bei Stürzen bieten. Und die gibt es - das muss jedem klar sein, der übers Reiten nachdenkt, denn der Sattel ist hoch, das Pferd schnell. Gut, dass die Gefahren kalkulierbar sind, Reitanfängern gut erklärt werden können und deshalb unter Kontrolle zu bringen sind. Aber: Ungeduld beim Lernen muss vermieden werden Bevor es losgeht, muss deshalb ziemlich viel gelernt und verstanden werden. Besonders wichtig: Das Wesen des Pferdes begreifen. Es ist ein Fluchttier und ein Angsttreter. Wenn es einen Schrecken bekommt, dann kann das Pferd ausschlagen und will nur noch auf und davon. Zu frühe Ausritte in schwieriges Terrain gilt es daher zu vermeiden.

In Ruhe ausprobieren


Über einen Reit-Einstieg sollten man also ganz in Ruhe reden und folgende Punkte vereinbaren:
  • 1Eine Reitschule oder ein Verein wird gemeinsam ausgesucht. Eine sehr gute Übersicht gibt es auf der Website der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Sie prüft Reitschulen und vergibt Zertifizierungen.
  • 2Erst mal ganz in Ruhe ausprobieren - der Reiz des Neuen sorgt oft für eine rosa Brille, und erst nach drei, vier Terminen zeigt sich, ob alles passt. Keinen Erfolgsdruck im Training aufbauen. Gelassenheit ist die große Tugend, und weil es auch für Pferdepflege und den Umgang mit dem Tier Ruhe und Beharrlichkeit braucht, muss sie immer geübt werden.
  • 3Die Arbeit, die das Reitenlernen bedeutet, nicht durch eine bunte Warenwelt ersetzen. Eine solide, gebrauchte Ausrüstung reicht für den Anfang.

28,15,0,50,1
600,600,60,1,5000,1000,25,2000
90,300,1,50,12,25,50,0,70,12,1,50,1,1,1,5000
0,1,0,0,0,40,10,5,0,1,0,15,0,1
Eva
Eva
Babett & Nightman
Babett & Nightman
Eva als Model
Eva als Model
Nigel & Freundin
Nigel & Freundin
Glückliche Kinder
Glückliche Kinder
Spaß an der Sache
Spaß an der Sache
Monik ist nicht gern allein
Monik ist nicht gern allein
Freche Mädchen reiten auch
Freche Mädchen reiten auch
Der Plick der Profis
Der Plick der Profis
Wenn die Mutter mit dem Sohne
Wenn die Mutter mit dem Sohne
Gespenster Stunde
Gespenster Stunde
Wenn Teenager träumen
Wenn Teenager träumen
schau mir in die Augen Kleines
schau mir in die Augen Kleines
verliebt sein ist schön
verliebt sein ist schön
auch kleine Mädchen werden groß
auch kleine Mädchen werden groß

Wenn das alles stimmt, ist ein guter Anfang gemacht. Wie lange die Flamme dann brennt, kann niemand genau vorhersagen. "Bei den meisten Mädchen pubertiert sich der 'Pferdefimmel' weg", erklärt Professor Euler, "und ihre neuen Interessen werden uns vor neue Herausforderungen stellen."

Aber die großen Gewinne, die eine gute Zeit mit dem Pferd und die Liebe zum Pferd bringt, bleiben: Verantwortungsgefühl, emotionale Sicherheit und eine gute körperliche Koordination. Nicht zu vergessen: Fitness. Wer es nicht selber ausprobiert hat, wird kaum glauben, wie anstrengend Reiten sein kann. Um sich besser einfühlen zu können, der beste Tipp zuletzt: Eltern sollten sich einmal selber in den Sattel setzen. Es muss ja niemand dabei zuschauen…...

Kommunikation


  • Man muss lernen, sich dem Pferd in seiner Sprache verständlich zu machen.
  • Die Pferdesprache besteht in erster Linie aus Bewegungen und Körpersignalen, weniger aus Lauten. Natürlich benutzen Pferde auch ihre Stimme zur Verständigung, aber dabei geht es meist nur darum mitzuteilen, wo sie sind, sei es das alleingelassene Jungpferd, die Stute, die ihr Fohlen sanft anblubbert, oder der schneidende Ruf des Hengstes: "Hier bin ich!"
  • Deshalb ist es grundsätzlich angeraten, sich an ein Pferd im Stall nicht anzuschleichen, sondem es immer rechtzeitig mit einigen sanften Worten anzusprechen. Pferde können durchaus einige verbale Kommandos erlernen, aber man sollte immer daran denken, dass diese Sprache nicht die ihre ist. Wollen wir auf eine Wellenlänge mit unserem Pferd kommen, müssen wir einen Teil ihrer Sprache und Weltsicht kennen lernen.
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